Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Gesundheitsförderung für und mit den Beschäftigten

I can('t) do it (c) iStock

Allgemein rückt das Thema betriebliche Gesundheitsförderung durch die Zunahme an chronischen Erkrankungen und den stetigen Veränderungen und Anforderungen im Setting Betrieb immer stärker in den Vordergrund.
Speziell in der Pflege werden Maßnahmen zur Unterstützung eines gesunden Lebensstils sowohl bei den Pflegekräften als auch bei den Pflegebedürftigen immer dringender benötigt. Durch die hohe körperliche, aber auch psychische Belastung ergeben sich vor allem Krankheitsbilder, die den Muskel-Skelett-Apparat aber auch die Psyche betreffen. Gerade bei diesen Krankheitsbildern kann die Wissenschaft einen positiven Einfluss durch körperliche Aktivität auf das Krankheitsbild nachweisen, weshalb die Förderung bei Pflegekräften und -bedürftigen durch das Pflegestärkungsgesetz (§5 SGB XI) als dringend notwendig angesehen wird.
Angelika Baldus:“Pflegeeinrichtungen als Kompetenzzentren in der Gesundheitsversorgung durch Multiplikation körperlicher Aktivität stärken" in "Wirksam – das Magazin zur Pflege"


In der Pflege dringend notwendig

Insgesamt finden sich in Deutschland etwa 13 600 stationäre Pflegeeinrichtungen und etwa die gleiche Anzahl an ambulanten Pflegediensten. In diesen Einrichtungen sind 1,1 Millionen Menschen beschäftigt, die etwa 780 000 pflegebedürftige Menschen versorgen. In den nächsten 15 Jahren werden etwa 40 % aller derzeitig tätigen Pflegekräfte altersbedingt aus dem Beruf ausscheiden. Zudem steigt die jährliche Pflegeprävalenz um durchschnittlich 1,7 % bis 2050, wodurch der Personalbedarf stetig ansteigt. 85% der Pflegekräfte sind weiblich und es findet sich ein hoher Anteil an Teilzeitbeschäftigungen, ebenso überwiegt Schichtarbeit. Die stark beanspruchende Tätigkeit hat gravierende Folgen:

•  Viele Pflegekräfte steigen vorzeitig aus dem Beruf aus
•  Der durchschnittliche Krankenstand beträgt 7, 5 % - bei den sonstigen Berufen nur 5,3 %
•  Die durchschnittliche Zahl der AU Tage beträgt 27, 3 - bei den sonstigen Berufen nur 19, 4 Tagen
•  Es überwiegen vor allem psychische Erkrankungen (19,4 Fälle versus 11,2) mit hoher Prävalenz von depressiven Störungen
•  Insgesamt zeigen Pflegekräfte sowohl häufigere als auch längere Krankschreibungen

Datenquelle u. a. Kuhlmey, Jacobs et al. Pflegereport 2019, Download unter https://link.springer.com/book/10.1007%2F978-3-662-58935-9.

Damit wird der Bereich der stationären Pflege von alten Menschen zu einem wichtigen Einsatzfeld der betrieblichen Gesundheitsförderung. Diese bildet einen bedeutenden Teilbereich eines systematischen Prozesses des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Die Ziele sind gleichberechtigt die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiter sowie die Sicherung der Arbeitsfähigkeit. Im Projekt POLKA wird dies konzipiert, umgesetzt und wissenschaftlich evaluiert.

BGF im POLKA Projekt

Gymnastik (i) Stock
Seinior:innen bei der Gymnastik

Bewegungsförderung in der betrieblichen Gesundheitsförderung wird bei POLKA arbeitsplatzbegleitend implementiert und somit zur Kompensation von Belastungen im beruflichen Alltag genutzt. Unser Vorgehen gestalten wir daher nach den folgenden Grundsätzen:

• Bewegungsförderung berufsbegleitend initiieren
• Bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenzen nutzen, aufbauen und fördern
• Bewegungsförderung als Kompensation von Belastungen im beruflichen Alltag nutzen
• Multiplikatoren schulen, ausbilden und autorisieren, um Nachhaltigkeit sicher zu stellen
• Bewegungsförderung mit der Pflege denken

Durch die Lots*innen und Expert*innen, die in den Mitarbeiterprogrammen tätig sind, wird die bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz für das Personal der Pflegeeinrichtungen aufgebaut, gefördert sowie nachhaltig gesichert. In der Umsetzung ergeben sich 3 Wege, bewegungsfördernde Maßnahmen in den Berufsalltag aktiv zu integrieren:

• Maßnahmen im täglichen Arbeitsprozess
• Maßnahmen auf dem Weg zur und von der Arbeit
• Maßnahmen in der Freizeit

Stellenausschreibungen

• Sie haben Interesse als Lots*in das Projekt zu unterstützen? → Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Kontakt:
HIG Heidelberger Institut für Gesundheitsmanagement GmbH
Blumenstraße 1, 76669 Bad Schönborn
Dr. Klaus Weiß
+49 7253 8029 811
polka@hd-ifg.de

Zweigniederlassung:
Bergheimer Straße 147, 69115 Heidelberg
+49 6221 7179 480